Strukturierte Analytische Methoden

Strukturierte analytische Methoden bieten unseren Kunden ein tiefergehendes Verständnis der Informationen, die durch erweiterte Due Diligence Prüfungen oder Vermögensermittlungen eingesammelt worden sind. Oftmals formen die Informationen zusammen ein mehrdeutiges Bild, und eine eingehende Analyse wird gebraucht, um fundierte Erkenntnisse zu erreichen.

Zudem bieten diese Methoden unseren Kunden die Möglichkeit bei ihrem Entscheidungsfindungsprozess die relevanten Informationen komplett auszuschöpfen. Somit werden diese Informationen wirklich handlungsfähig und strategisch.

Einige der wichtigsten Methoden, die in Intelligenzfällen angewandt werden, sind in der folgenden Grafik dargestellt und nach Analysenthematik unterteilt

Fallbeispiel

Bearstones Kunde war ein grosser Hersteller von langlebigen Luxusgütern, und hatte mehrere hundert Millionen Euros in eine Produktionsstätte in einem neuen Markt investiert. Feindliche ortsansässige Machtmenschen verhinderten das Abschliessen des Investments und verursachten dabei grosse Unkosten für den Kunden.

Unser Kunde hatte schon alle einvernehmlichen Wege erkundet, um diesen Konflikt zu lösen, aber vergeblich. Der Kunde hatte zu diesem Zeitpunkt schon sehr viel in diese Stätte investiert, also war ein Rückzug und das Abschreiben dieses Investments keine tragfähige Option. Zugleich konnte der Bau der Produktionsstätte nicht plangemäß fertiggestellt werden.

Unser Team begann diesen Auftrag mit einer eingehenden Überprüfung der Dokumente, die der Kunde uns geliefert hatte, und führte zudem mehrere strukturierte Interviews mit den involvierten Geschäftsleitern. Dadurch konnten wir von Anfang an ein gründliches Verständnis der Situation aufbauen. Dieser erste Schritt war von höchster Wichtigkeit, denn daraufhin konnten wir die Einsammlung der Informationen präzise planen und die Informationsbedürfnisse genau identifizieren. Somit konnte unser Team bei der Einsammlung und der Auswertung zielgerichtet handeln und arbeiten.

Gleichzeitig haben wir vorläufige Untersuchungen bezüglich der feindlichen Schlüsselpersonen vorgenommen, und haben somit angefangen deren Profile aufzubauen.

Danach haben wir unsere verbundenen Mitarbeiter damit beauftragt, mit der OSINT und HUMINT Einsammlung fortzufahren. Dieser Einsatz beruhte auf unserer vorbereitenden Analyse zu genau bestimmten Personen und Themen. Diese Phase der Arbeit verlief sehr ähnlich wie bei einer erweiterten Due Diligence Prüfung

Als diese Phase der Einsammlung sich seinem Ende näherte, fing unser Team damit an, die bearbeiteten Angaben auszuwerten. Dabei stellte sich das Team die folgenden Leitfragen:

  • Wer waren diese feindlichen Personen und warum verhinderten sie das Projekt unseres Kunden?

  • Was war deren Motivation und ihr endgültiges Ziel – was wollten sie hiermit erreichen?

  • Welche Bekämpfungsstrategien konnte unser Kunde einsetzen, aber dabei innerhalb seiner ethischen und rechtlichen Grenzen agieren?

Nach der Erfassung der Informationen führte unser analytisches Team eine gründliche Bewertung der Informationen durch, indem sie mehrere strukturierte analytische Methoden anwandten. Diese beinhalteten unter anderem:

Chronologien, Zeitleisten, Profile und Kontextualisierung

Unser Team erstellte eine Zeitleiste der Schlüsselereignisse, die eine Auswirkung auf die gegenwärtige Situation hatten. Wir begannen mit den frühen Lebensjahren der Gegenspieler, durch ihre Geschäftskarrieren, ihre Ansammlung von Vermögen, bis zum jetzigen Konflikt.

Wir strukturierten diese wichtigen Informationen in einer Art und Weise, sodass die Schlüsselpersonen genau profiliert werden konnten und wir, zusammen mit dem Kunden, sie besser verstehen konnten. Das Format ermöglichte eine tiefe Einsicht in deren Handlungsweisen und Motivationen, deren Argumentationen und Interpretationen bestimmter Ereignisse.

Unsere Länder- und Branchenexperten fügten ihre Einblicke hinzu, indem sie alle Geschehnisse in einen regionalen und historischen Kontext setzten.

Entwicklung mehrerer Hypothesen

Mit einem viel besseren Verständnis der Gegenspieler unseres Kunden gerüstet, konnten wir die gesammelten Informationen aufnehmen und Erkenntnisse daraus ziehen. Diese dienten als Basis für eine Denkrunde in unserem Team, worin wir eine allumfassende und sich gegenseitig ausschließende Liste möglicher Hypothesen zur Beantwortung der Kernfragen in diesem Fall erstellten

Wir betrachteten einige der interessantesten Hypothese näher. Mit der gesammelten Information konnten wir alternative Erklärungen und Prognosen entwickeln, sogenannte konkurrierende Hypothesen. Dazu stellten wir uns eine grundlegende Frage: “kann dieses selbe Beweismaterial oder diese Information anders interpretiert werden, um eine andere Hypothese zu bestärken?”

Die Durchführung dieser Methoden lieferte uns glaubwürdige Hinweise zu den wahrscheinlichen endgültigen Zielen der feindlichen Akteure, sowie zu deren Erwartungen und potenziellen weiteren Handlungen.

Statische und dynamische SWOT Bewertung

In der Anwendung der SWOT Methode (Stärken-Schwächen Analyse, aus dem Englischen “strengths and weaknesses of target”), begannen wir mit einer statischen Perspektive auf die Stärken und Schwächen der Gegenspieler unseres Kunden. Dadurch entwickelten wir auch Ideen zu resultierenden Chancen und Bedrohungen für unseren Kunden.

Im nächsten Schritt benutzten wir eine dynamische Perspektive, um das SWOT Bild näher zu erkunden. Dazu bildeten wir vorgeschlagene Handlungen für unseren Kunden, um die Stärken seiner Gegenspieler zu vermeiden und ihre Schwächen auszunutzen, zudem auch wie der Kunde die Chancen aus dem statischen SWOT am besten nutzt und die Bedrohungen vermindert.

Pro-Kontra-Fehler-Korrekturen

Diese Methode wurde angewandt, um jede der vorgeschlagenen und möglichen Herangehensweisen zur Lösung des Hauptproblems zu bewerten. Wir starteten mit einer Auflistung aller Vor-und Nachteile jeder Herangehensweise, das heisst: welche Vorteile kann der Kunde erwarten, wenn dieser eine bestimmte Strategie verfolgt, im Gegensatz zu allen möglichen negativen Konsequenzen solchen Handelns und den verbundenen Kosten.

Als nächstes haben wir alle unsere Annahmen infrage gestellt. Dazu haben wir bei jedem identifizierten Vorteil eventuelle Fehler erkundet, und für alle möglichen Nachteile haben wir erforscht, ob es eventuelle Korrekturen oder Risikominderungsmassnahmen gibt.

Dieser Ansatz ermöglichte eine kritische Bewertung jeder vorgeschlagenen Herangehensweise und die Auswahl der tragfähigsten Option. Zudem konnte das Situationsbewusstsein des Teams in Hinblick auf die Implementierungsphase verbessert werden, und Risikominderungsmassnahmen für eventuelle Probleme bei der Implementierung konnten herausgearbeitet werden.

Aufgrund dieser umfassenden Analyse, der Bewertung und der Beratung unseres Teams, war der Kunde fähig, einen viel tieferen Einblick in die Motivationen und Denkweisen seiner Gegenspieler zu gewinnen. Damit konnte er die jüngsten Geschehnisse gründlicher verstehen.

Daraufhin erfolgte eine gemeinsame strategische Bewertung der Handlungsoptionen mit dem gesamten Team des Kunden. Hier wurde jede Option sorgfältig und kritisch überprüft, damit der Kunde letztendlich eine Herangehensweise auswählte, die seinen rechtlichen, ethischen, finanziellen und operativen Anforderungen entsprach.

Der Kunde war am Ende komplett zufrieden, da er mit Gewissheit den besten Handlungsansatz verfolgte, beruhend auf den besten verfügbaren Informationen